Ich bin keine große Freundin von guten Vorsätzen für das neue Jahr. Obwohl ich mir heuer ein paar Ziele gesetzt habe, hatte das nur wenig mit dem Jahreswechsel zu tun. Allerdings habe ich feststellen müssen, dass ich mir bei manchen Vorhaben selbst im Weg stehe.

Seit ich für AWARE im Einsatz bin, sehe ich mich immer wieder mit inneren Reaktionen konfrontiert, die mich in meinem Tun blockieren. Schon lange habe ich keine Texte mehr veröffentlicht, geschweige denn geschrieben. Das einzige, was ich regelmäßig in schriftlicher Form produziert habe, waren Einkaufslisten.

Als ich begann Texte zu veröffentlichen, war Instagram noch nicht erfunden und Facebook gerade erst gelauncht worden. Damals war MySpace relativ neu. Ich postete dort regelmäßig Blogs von meiner Indien-Reise. 2005 war es üblich, dass ich von Langzeitreisenden ewig lange Emails bekommen habe, in denen die Absender ausführlich über ihre Erlebnisse berichteten.

Da ich meine Freunde und Verwandte damit nicht langweilen wollte, schickte ich kurze Emails mit der Angabe zu meinem momentanen Befinden („Es geht mir gut, bin gerade in XY. Liebe Grüße,…) mit einem Link zu meinen Blogs auf MySpace, in denen ich detailliert und in damals schon unterhaltsamer Form von meinen Abenteuern erzählte. Ein gutes Konzept, wie sich heraus stellte.

Auf Anfrage schrieb ich später kurze Stories für eine Grazer Litertatur-Plattform und Texte für Webseiten von Freunden. Privat hatte ich begonnen mir einen Kindsheittraum zu erfüllen. Ich schrieb an einem Roman. Was relativ einfach war, denn der Roman handelte von einer früheren Reise nach Süd-Ost-Asien. Inklusive Sex, Drugs Rock´n Roll, psychischen Störungen und einer Menge Fäkalausdrücke. Die Entwicklungsgeschichte spannt sich über den Zeitraum von drei Monaten und reflektiert über meinen Trip, der mich nicht nur an die üblichen Touristen-Ziele Thailands führte, sondern der vor allem in meinem Inneren statt gefunden hat.

Ich erzähle von meiner Zerrissenheit, meinen Selbstzweifeln und Selbsthass. Mein Vorsatz für die Reise war, dass ich einmal aus mir heraus gehe, neues probiere und einen Weg aus meinem selbst erbauten Käfig der Introvertiertheit finde. Das Mantra, das mich während dieser Zeit begleitete, lautete: Scheißt der Hund drauf.



Was später durch den Autor John Parkin berühmt wurde, nämlich „Fuck it!“ zu allen möglichen Dingen zu sagen, praktizierte ich mittels „Scheißt der Hund drauf.“ Scheißt der Hund drauf, dass ich meinen Arsch zu fett und meine Nase zu groß finde. Scheißt der Hund auf meinen Widerstand, alleine in eine Bar zu gehen oder mich zu völlig Fremden an den Tisch zu setzen. Ich ließ den Hund auf meine Depressionen scheißen und darauf, dass ich mir als selbst-(v)-erklärte Melancholikerin nicht zu viel Freude zumuten wollte. Denn, wie sagt es Kummer in dem absolut grandiosen Film „Alles steht Kopf“ so treffend:

„Weinen hilft mir das Tempo zu drosseln und mich in die Probleme des Lebens hinein zu steigern.“
Klar wirkt Weinen auch reinigend und lösend. Wenn man denn den richtigen Zeitpunkt erwischt um auch wieder aufzuhören, durchzuatmen und in dem gereinigten, gelösten Zustand emotional und körperlich anzukommen. Ich hingegen konnte in meinem Selbstmitleid baden, wie manch Oligarch in Champagner.

Die Magie der Manifestation

Ich verfolgte meinen Traum ein Buch zu schreiben, absichtslos. Ich schrieb, weil ich schreiben wollte. Mein Ziel war es, das fertige Manuskript als Buch binden zu lassen und mir das ins Regal zu stellen. Ein Reise-Tagebuch deluxe sozusagen. Um es in vielen Jahren meinen etwaigen Enkelkindern zu zeigen und zu sagen, möchtest du wirklich wissen, wie crazy deine Oma mal war?

Mein beharrliches Tun, das Verfolgen meines Traumes, warf Erlebnisse in mein Leben, wie ein Spiegel, der den Betrachter reflektiert. Es begann sich eine Art Fanbase um mich zu scharren. Meine Freunde wurden zu meinen Befürwortern und Unterstützern. Mit stolz geschwellter Brust behaupteten sie, sie hätten eine Freundin, die Schriftstellerin ist. Ein völlig Fremder kam auf mich zu und fragte, ob ich bei einem seiner Events eine Lesung abhalten wollte. Es sei ihm zu Ohren gekommen, dass ich Autorin sei. Eine weitere Freundin bot sich an, den Text zu lektorieren. Sie war es auch, die den Stein des Anstosses gab, das Manuskript an Verlage zu schicken. Da die Chancen eine positive Antwort auf ein unaufgefordertes Exposé zu erhalten gleich null sind, dachte ich mir, was soll´s, scheißt der Hund drauf. Dass ich 48 Stunden nach Absenden der Kuverts einen Anruf von einem Verlag erhielt, war sogar mir schon fast zu surreal.



Ich erhielt einen Einblick auf die Funktionsmechanismen der Manifestation:

1. Klar definiertes Ziel

Ich hatte kein Visionboard, Businessplan oder Deadlines. Ich sah das Buch in meinem Regal vor meinem geistigen Auge. Ich stellte mir vor, wie ich an einem Tisch sitze, der Lichtkegel einer Leselampe scheint auf die Oberfläche, ich lese. Vor mir, in schwarze Dunkelheit gehüllt, ein Publikum.

2. Das Gefühl

Wenn ich mich so lesen sah, sitzend, an dem schwach beleuchteten Tisch, spürte ich ganz deutlich, wie ich mich dabei fühlte. Und zwar großartig! Ich badete statt in Selbstmitleid, in dem Gefühl des Erfolgs, ein wichtiges Ziel erreicht zu haben. Dieses Bild visualisierte ich täglich mit dem dazu gehörigen Erfolgsgefühl, während der gesamten Schaffensphase.

Der Körper kennt keine Vergangenheit und keine Zukunft. Er fühlt, was er im gegenwärtigen Moment fühlt. Diese Frequenz senden wir aus. Und das Universum gibt uns genau das zurück. Nur mehr davon.

 

3. Tun und Timing

Von nichts kommt nichts. Aber vom bloßen Wollen auch nicht. Da mein Wunsch zu 100% authentisch war, nicht von meinem Ego aus, sondern ganz von Herzen kam, fiel es mir leicht ins Handeln zu kommen. Aus purer Lust am Schreiben, entwickelte sich bald eine tägliche Routine, die mir die Umsetzung immens erleichterte. Wie beim Muskeltraining oder Meditieren, verbessert sich durch die regelmäßige Übung die Performance. Wir halten länger durch. Kleine Erfolgserlebnisse zwischendurch sind ein maßgeblicher Faktor für die Motivation. Ich wollte nichts Bestimmtes damit erreichen, weder meine Brieftasche füllen, noch mein Ego pushen. Es ging rein um Selbstverwirklichung.

Wenn unser Tun im Einklang mit unserem Denken und Wünschen ist, öffnen sich die Türen von ganz alleine.

Immer, wenn ich motiviert war zu schreiben, ließ ich mich von nichts anderem aufhalten. Ich machte die Arbeit an meinem Buch zu meiner Priorität, allerdings ganz ohne Zeitdruck. Es würde so lange dauern, wie es dauert.

4. Vertrauen

Ich spürte ganz deutlich, dass das, was ich machte, funktionieren würde. Ich zweifelte kein bisschen daran. Es gab für mich keine andere Realität, als irgendwann einmal aus meinem Buch vorzulesen. Ob vor einem Publikum oder meinen Enkelkindern, spielte keine Rolle.

Ich erlaubte mir, in dem Tempo, Ausmaß und der Ausdrucksweise zu schreiben, wie es mir am besten passte. Ich befriedigte meine eigenen Ansprüche. Ich war ganz und gar distanziert von möglichen Reaktionen im Aussen. Ich war ganz bei mir. Ich spürte, wie gut ich mich dabei fühlte. Und wollte mehr von diesem guten Gefühl.

5. Loslassen

Alles was ich mir wünschte war, dieses Buch im Regal stehen zu haben. Über das Wann, Wie und Was es kosten würde, machte ich mir keine Gedanken. Mehr noch: Loslassen bedeutet für mich auch den Wunsch selbst los zu lassen. Darauf zu vertrauen, dass das Richtige geschehen wird auch wenn das bedeutet, dass sich mein Wunsch nicht erfüllt.

Nach dem Anruf ging alles sehr schnell. Zwei Wochen später unterzeichnete ich den Verlagsvertrag mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Ich vertraute dem Verleger nicht, die ganze Angelegenheit kam mir sehr windig vor. Aber es erfüllte sich nun mein Traum auf dem next Level, also MUSSTE ich doch zugreifen, oder nicht?

So schnell, wie sich mein Traum manifestierte und fast schon aus dem Ruder zu laufen schien, so schnell erlebte ich die Ernüchterung: meine Zweifel sollten sich bewahrheiten. Der Verlag wurde während meines Veröffentlichungsprozesses von anderen Autoren verklagt, erfolglos. Ich wurde zwar nicht abgezockt, aber der Verleger schien ein größenwahnsinniger Narzisst zu sein. Kurz nach der Buchpräsentation, nur ein halbes Jahr nach seinem Anruf, gingen wir im Streit auseinander.

Was ich daraus gelernt habe:

1. Hör auf dein Bauchgefühl, Herrschaftszeiten noch einmal!

Mittlerweile gibt sogar die Wissenschaft zu, dass sich in unserem Bauch mehr abspielt, als Essensbrei in Ausscheidungen zu verwandeln. Sei es der Instinkt, dein Schutzengel, Menschenverstand oder einfache Warnsignale, die man mal gerne übersieht, beachte, was dir diese Dinge sagen wollen! Wenn eine Sache faul zu sein scheint, ist sie es sehr wahrscheinlich auch!

2. Vertrauen. Ja, wieder einmal.

Vertraue auf dein Bauchgefühl. Auch wenn du nicht gleich oder nie eine Bestätigung dafür bekommen wirst. Ein Versuch ist es allemal wert. Also, scheißt der Hund drauf und glaub dir selbst! Lerne, dich auf dich selbst zu verlassen.



Aus der Traum

Die Veröffentlichung hatte mich sehr enttäuscht. Vor allem menschlich, aber auch materiell: ich hatte von einem schönen Buch geträumt, das fertige Produkt sah aber aus, wie eine zu dick geratene Werbebroschüre. Ausserdem hatte der Verlag seine Pflichten nicht erfüllt, das Buch wurde weder lektoriert noch gesetzt. (Das heißt, es wurden keine Fehler korrigiert oder sinnvolle Absätze eingefügt.) Als Kontrollfreak und Perfektionistin der absolute Supergau für mich. Das schlimmste an allem war: die Scham. Ich schämte mich dafür, dass ich mit meinem Innersten nun an die Öffentlichkeit gegangen war. Aber ich konnte es nicht mehr rückgängig machen.

Kurz danach zog ich ins Ausland. Es tat mir gut, so viel Abstand wie nur möglich zwischen mich und die jüngsten Ereignisse zu bringen. Ich schrieb weiterhin Blogs und werkelte an meinem zweiten Roman herum.

Nicht einmal zwei Monate später bekam ich eine Email: ein „richtiger“ Verlag hatte mein Manuskript gesichtet und war daran interessiert es zu veröffentlichen. Aber da die Rechte für mein Buch nicht mehr mir gehörten, sondern dem Größenwahnsinnigen, war das Manuskript nicht mehr verfügbar. Nicht einmal mehr für mich persönlich. Ich hatte mein Gedankengut für fünfzehn Minuten Ruhm und ein paar Cent verscherbelt.

Das gab mir den Rest. Konnte ich mich bis zu dem Zeitpunkt damit heraus reden, dass „nach dem Roman sowieso kein Hahn gekräht hätte“, war es nun so, dass ich plötzlich professionelle Bestätigung über mein Talent erhalten hatte. Aber ich hatte nicht auf meinen Bauch gehört, der Zug war abgefahren. Der zweite Roman erzeugte nicht mehr so viel Interesse bei Ihnen und sie wünschten mir für die Zukunft alles Gute.

Schlagartig verlor ich die Freude am Texten. Jahrelang sollte ich nicht mehr schreiben.

Bis sich die Dinge im November letzten Jahres änderten. Ich wurde Team-Mitglied bei Aware und bin unter anderem Blog-Beauftragte. Es fühlt sich gut an, wieder zu schreiben, den Muskel wieder zu trainieren. Ich habe den Luxus mehr oder weniger über alles schreiben zu können, was ich gerne mit euch, liebe Leser und Leserinnen, teilen möchte. Und das ist nun diese Geschichte.

Und diese Geschichte sollte eigentlich von Mut handeln.

Ich habe gesehen, dass ich mir selbst im Weg stehe, weil ich nicht mutig genug bin.

Was mir hilft, meine Komfortzone zu verlassen, sind folgende Fragen:

  • Was ist das Allerschlimmste, das passieren kann?
  • Was ist das Allerbeste, das passieren kann?
  • Was passiert, wenn nichts davon eintritt?
  • Wie schlimm ist es wirklich, wenn ich scheitere?
  • Was würde ich mehr bereuen: es getan zu haben und gescheitert zu sein oder es gar nicht erst versucht zu haben?

Im schlimmsten Fall kann ich wieder in meine Komfortzone zurück kriechen und mich erholen. Um zum rechten Zeitpunkt einen neuen Versuch zu starten.

Was auch immer du dir für 2020 vorgenommen hast: ich wünsche dir dafür vor allem Mut.

Mut zur Veränderung. Mut dein wahres Selbst zu zeigen. Den Mut über deinen Schatten zu springen. Trau dich aus deiner Komfortzone. Jenseits dieser Grenzen spielt die Musik.

 

 

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